Der Familienmensch ?  – ja, das wäre aber wohl eine zu verkürzte Version und auch in der Vielfalt, die sie lebte, nicht gerecht. Eine bessere Überschrift wäre

„Mit dem Herzen denken“

Ein Motto: Gemeinsame Erinnerungen schaffen. Um gemeinsame Erinnerungen zu schaffen, braucht es besondere Erlebnisse. Manchmal reicht es auch, wenn man irgendwo zusammen Zeit verbracht hat.  Gemeinsame Abendessen, Fest mit Freunden und deren Kindern, gemeinsame Reisen.  All diese Erinnerungen auch an eine andere Kultur. Die Dinge, wo wir zusammen etwas erleben und jeder für sich andere Erinnerungen abspeichert, die dann in Summe eine tolle gemeinsame Geschichte ergeben.

Beispielhaft seien einige gemeinsame Urlaube aufgezählt: Bootsfahren in Frankreich (Saon), über 20 Jahre Bodenseeurlaub mit Kindern und Enkelkindern, Steiermark (St. Lorenzen und darüber hinaus), Italienurlaube, Griechenland, Holland, Korfu, USA etc.

Ein Motto: Gesundes Essen und Naturnaher Garten: Nicht nur Oliver kann sich ganz genau an die „Erdbeerplantagen“ und „Kamillenplantagen“ erinnern. Alle 4 Kinder wurden ja auch alle „eingeteilt“, zu ernten und richtig zu trocknen sowie gut zuzubereiten. Und in dem großen naturnahen Garten gab es viel zu sehen und zu beobachten. Gemüse, Obstbäume, Kräutergarten, Teich. Herstellung von Kräutersalz, Badeölen, Lippenbalsam etc. musste gelernt werden. Manche sagen rückblickend – es war prägend.  Dass ein gesunder Boden, gesunde Produkte liefert und damit Gesundheit auf den Teller kam, ergibt sich von selbst.

Ein Motto: Regelmäßige Kommunikation. Sie konnte ganz locker über „Belangloses“ und Wichtiges plauschen. Sie hatte ein Kommunikationsnetzwerk, das sie pflegte. Allerdings war sie sehr unzufrieden, wenn andere NetzwerkerInnen nicht so konsequent bei der Kommunikation waren wie sie. Und zu dieser Kommunikation gehörte nicht nur das telefonieren, das chatten, sondern auch Hilfe anbieten – sei es nähen, flicken, dekorieren, etc.

Ein Motto: Tradition pflegen. Imster Fasnacht, Auskehren, Musik um nur drei Beispile zu nennen, waren gesellschaftliche Rituale, die ganz deutlich und eindrucksvoll zeigen, wie nahe wir Menschen unseren Evolutions Vorfahren auch heute noch sind.

Schnell einen Blick in die Natur:  Und was machen die Tiere am Ende des Winters? Sie mausern sich, verlieren das Winterfell, lassen sich neue Haare und Federn wachsen, balzen, manche kämpfen um die Brunft, und sie beginnen Nester zu bauen, um die Art vor dem Aussterben zu bewahren. Das ganze Geschehen ist jahreszeitlich so angelegt, dass es den Winter austreibt, und die junge Brut in die warme Jahreszeit, in den Frühsommer hineinkommt, genug Nahrung vorfindet und noch fliegen und jagen lernen kann, ehe wieder die Blätter von den Bäumen fallen.

Wie wunderbar ist doch die Natur organisiert – und der Mensch mit ihr! Monika, die sich für den Ball schmückt und ihren Ehemann Gottfried unterstützt, der mit seinen Söhnen Oliver, Daniel und Enkel Florian „auskehren“ oder mit seinem Partner Ferdl „in die Fasnacht“ geht. Es gibt immer etwas zu tun. Ein buntes, sinnvolles und gutes Leben.

„Es ist keine Romantik, wenn ich als Ehemann bemerke,  dass für Monika die Zeit des kochens, unterrichtens, gärtnern, 4 Kinder zu Hause eine gute Zeit war. Keine Lebenszeit war verschwendet und in dieser Intensität gab es ein schönes Gleichgewicht, an die sie sich immer gerne erinnerte. Und als die Kinder auszogen, keine Dauerbereitschaft mehr notwendig war, das Vertraute unterging, also die Welt, die man gut kennt, war dies eine neue Chance, eine neue Freiheit, die sie mit Kunst und mit (noch mehr mit) mir füllte“ (Gottfried, 2022)

Ein Motto: Immer dabei. Egal welches Projekt ansteht, sie ist dabei.  Und das ist bei der Ideenvielfalt ihres Ehemannes gar nicht so einfach. Aktiv zuhören, beobachten, eigenes entwickeln und dabei sein. So war es bei vielen Umwelt- und Kulturprojekten. Sie unterstützte aktiv den Naturkindergarten in Imst, war viele Jahre im Vereinsausschuss des Gemeinnützigen Vereins Ökozentrum, unterstützte durch Mitarbeit die Naturpädagoginnen, war aktiv bei den Gurgltalfesten und der Mini Stadt Imst dabei.

Motto: Sparen. Mit 17 Mutter, Lebensgefährte Student, Eltern Arbeiter und Hausfrauen. Mit 18 begann noch der Hausbau am Sonnberg. Die Orientierung hieß: Liebe, Nachhaltigkeit und wir werden es schon schaffen. Viel an Arbeit, Unruhe und Mangel an Geld über viele Jahre haben sie geprägt. „Benötigen wir dies wirklich? Ist dieses Produkt, Lebensmittel sinnvoll““ waren unter anderem ihre Leitgedanken. „Es schweißt zusammen, ich bin für Verlässlichkeit“ so auch ihre Aussagen.

Das könnte wohl etwas zum Nachdenken für Jugendliche ab 2010 sein: Nicht so viel in der virtuellen Welt leben, sondern in der Realität; nicht nur kurzfristige Zufriedenheit ergattern und zum Konsummensch werden, sich nicht so sehr durch Algorithmen manipulieren lassen.

„Sie pflegte Gemütlichkeit, oder noch mehr – sie pflegte ein Rundum-Wohlfühl-Rezept, das ich nach den Norwegern „Hygge“ nennen würde: kuschelige Decke, Kaminfeuer oder Kerzenlicht, feines Essen etc. Es ist Genuss, hat mit Geselligkeit zu tun, mit achtsamen Erleben der Natur, auch mit Zufriedenheit und einem ausgeglichenen Alltag. Es ist der ganz pesönliche Weg zum Glück. Einfach den Alltag vergessen und sich aufs Hier und Jetzt konzentrieren.“

Motto: Reisen. Vielleicht diente das Reisen dazu, Getrenntes zusammenzufügen, Kommuniukation mit sich selbst und der Welt erst möglich zu machen und Vertrauen zu entwickeln, das Glück zu finden in den Momenten, in denen es zur Kommunikation kommt über die Grenzen von Sprache und Kultur und den eigenen Horizont hinweg. In denen ihr überraschende Freundlichkeit und Schönheit begegnete. Sie genoss es.