Frei denken, offen glauben

Gottfried MAIR – „Bio-Mair, Eisenfuß“

 

AHS Lehrer    +     1.Nachhaltigkeitskoordinator des Landes Tirol     +   Lehrer des OECD-Teams Schule und Umweltinitiativen in Österreich      +     Staatspreisträger

Musik: Bobbie Brown,  Love hearts  Brian Adams (69), Zuccero, Time to say good bye, ………….

 

Zum Lebenslauf: geb am 12.11.1951, 4.oo Uhr früh

Einige Lebensstationen: Schule (VS in Imst, BRG Landeck, Universität Innsbruck) – Musikant  (Klarinette, Saxaphon) und Sportkarrierre (Eisenfuß: Verteidiger SC Imst )-engagiert in Umweltbewegung hpts. in der Region- „liebte“ Schulprojekte-engagiert und nominiert für OECD Schule und Umweltinitiative (Internationales Engagement) –Energiefreak der ersten Stunde (u.a. Solarenergie, Photovoltaik – Staatspreisträger-Nachhaltigkeitskoordinator Land Tirol, und Leiter der LA 21 Leitstelle Land Tirol-baut Verein Ökozentrum auf -hat das Glück: 4 tolle Kinder und eine wunderbare Frau, eine vielseitige und innovative Großfamilie als Basis und Tankstelle zu haben.

 

Frei denken, offen glauben

Mein Schaffen hat früh begonnen, hat viele Früchte getragen und verschiedene Dimensionen in sich geborgen. Es gab einige Wege und Wandlungen in meinem Leben, aber ein klarer Faden war sichtbar zu sehen. Trotz meiner Fantasien und Visionen von einer besseren Welt habe ich den scharfen Blick auf die Wirklichkeit nie verloren. Flüchten, nein danke.

Imst meine Heimat. Ich empfinde tief und mit einer wunderlichen Ergriffenheit, wie schön, merkwürdig, vielseitig die Erlebnisse in der Stadt für mich waren. Imst wurde mir zur Heimat, aber nicht wie der Baum mit Wurzeln und Leben an einem Ort gebunden ist. Dafür  war Imst mit ihrer „Kleinkariertheit“ viel zu klein. Das tollste in der Stadt: Mit 17 begenete ich einem funkelnden Kristall, es war Monika – wunderschöne, ausdrucksstarke Augen, die ich in meinem Leben nie vergaß. Und zu ihren tollen, nach Ehrlichkeit und Fairness strotzenden Augen ihr Minirock. Sie hat mir in unserem Zusammenleben viel gelernt. Verbindlichkeit, Zusammenhalt, Brückenbildung, gute Sexualität u.v.m.

Zu Modeströmungen und Visionen

Ich habe erkennen dürfen dass ich mich nicht den oberflächlichen Modeströmungen verschreiben soll, ich beschäftigte mich lieber eingehend mit den Motiven neuer Bewegungen, halte viel von globalen Visionen und frage mich anschließend-welch konkreten Möglichkeiten von Veränderungen gibt es in der politischen und kulturellen Praxis. Es ist notwendig, mit der politischen Klasse auf Augenhöhe zu diskutieren und konzentriert und durchsetzungsstrak zu argumentieren.

Ein Motor für meine Dynamik ? In mir brannte bereits im Alter von 17 Jahren eine wilde Begierde nach starken Gefühlen, nach Liebe, nach Abenteuer, nach gesellschaftliche friedliche Evolution, eine Wut auf dies abgetönte, flache, normierte und sterilisierte Leben und eine Lust einigen Vertretern der bürgerlichen Weltordnung die Meinung zu sagen.

Motto: „Man muss was bewegen, sonst bewegt sich nichts“ (aus einem Song )

Es ist schwer, den Spagat „Kleinkariertheit, Borniertheit“ – „globale Visionen von einer menschlicheren, gerechteren Welt“ auszuhalten.  Um bestehen zu können, scheint es aber geradezu erforderlich, ein Talent zu entwickeln, sich selbst in eine „2.Welt“ zu transportieren. Einer Welt, in der ich mich zurückziehen konnte wie in einem Unterschlupf, da in unserem gesellschaftlichen Leben die Forderung nach Transparenz immer deutlicher wurde und alle Bereiche erfasste. Und da war die gigantische Welt des Internets, die alle Fantasien zu erfüllen schien, die Welt der mobilen Daten, die Welt der sozialen Netzwerke, der Likes und Dislikes. Es wurde immer wichtiger, sich (kurzfristig) eine „2.Welt“ zu suchen, in der man sich wohlfühlen, reflektieren und Halt finden konnte.

Und nun in der 3.Person weiter:

Gottfried war ein unruhiger Geist, stets auf der Suche nach Neuem und kritisch manch gegenüber Althergebrachtem. Er war ein begnadeter Lehrer und Didakt mit vielseitiger Begabung. Er fühlte sich besonders im Kreise der Großfamilie und junger Menschen wohl, die Jugend konnte er immer wieder außerordentlich begeistern. Auf der Suche nach Neuem und der Möglichkeiten zu dessen Umsetzung verließ er sich vor allem auf die junge Generation, an die er fest glaubte, wie auch daran, dass Neues nur durch Paradigmenwechsel erreichbar ist. Bei all diesem war er von ansteckendem Optimismus, der ihm über viele Hindernisse und Widerstände hinweghalf, weil Widerspruch und neue Konzepte, mit denen er seiner Zeit oft um viele Jahre voraus war, nicht nur Freude und Freunde schuf. Seine ökologische Grundhaltung, dass der Mensch Teil der Natur und nicht Beherrscher derselben ist, kam in seiner Rolle als Nachhaltigkeitskoordinator des Landes Tirol, als Kämpfer für Erneuerbaren Energien, als Biologe in der Schule sowie als Obmann des Ökozentrums  zum Ausdruck.

 

Noch einige Mottos/Ansichten:

„Lachen bringt Erleichterung“, „Kontrollverlust löst Spannungen“, „Mut tut gut“. „Es gibt im Kreislauf der Natur weder Sieg noch Niederlage. Es gibt nur Bewegung“.

Der Mensch ist ein Tänzer auf 2 Beinen: dem Stand- und dem Spielbein. Das Standbein verkörpert Disziplin, Anpassung, Frustrationstoleranz; das Spielbein steht für Kindlichkeit, Leichtsinn, Unvernunft, Spieltrieb. Also benütze beide Beine und den damit verbundenen Eigenschaften, dann bleibt im Leben das Gleichgewicht erhalten.

Global sehe ich nicht Klimaschutz als erstes Problem, sondern die immer größer werdende Kluft zwischen Reich und Arm, die hohe Arbeitslosigkeit von jungen Menschen, Lebensmittelkrisen und das Ausufern des Kapitalismus. Jetzt erst kommt Klimawandel.   (2014)

 

Gottfried, 21.12.2014